+++ Was passiert mit Markt und Korso 2021 ? +++

Liebe Freunde von Deutschlands größter rollender Blütenschau, liebe Fans des Bartholomäusmarktes,

kann Deutschlands größte rollende Blütenschau 2021, also auch im zweiten Pandemiejahr, nicht stattfinden? Ist eine „kleine Lösung“ möglich? Was für Auflagen könnten Ende August 2021 für ein Volksfest wie den Bartholomäusmarkt gelten? Kann sich ein ehrenamtlicher Vorstand wie der des Bartholomäusmarktvereins überhaupt einer solchen Verantwortung stellen? Fragen über Fragen, denen sich der BMV-Vorstand nun ( 8. April) in einer Online-Sitzung widmete.

Der Hauptgrund für die aktuelle Sitzung: wegen des enormen organisatorischen, werblichen und damit auch finanziellen Vorlaufs muss möglichst zeitnah eine Entscheidung über Deutschlands größte rollende Blütenschau getroffen werden. Traditionsgemäß würden im Mai Gruppen von Wagenbauern (aus mehreren Haushalten) damit beginnen, die monumentalen Aufbauten für die rund 25 Motivwagen zu gestalten. Traditionsgemäß würden dann aber auch am letzten August-Sonntag mehrere zehntausend Besucher eng-an-eng die Straßen der Kurstadt säumen.

Großes Fragezeichen an der Großveranstaltung

„Beides ist nach den derzeitigen Gegebenheiten und Vorgaben für den gesamten Vorstand nur schwer bis gar nicht vorstellbar“, fasst Vorsitzender Bernd Geppert zusammen. „Es ist – gerade zum jetzigen Zeitpunkt – quasi ein Blick in die Glaskugel, was die mögliche dritte Welle oder auch weitere Szenarien mit sich bringen. Dennoch müssen wir eine Entscheidung treffen“, erklärt Geppert. Der Hauptgrund: Korso (und Markt) kosten eine gute viertel Million Euro. Fangen die ehrenamtlichen Helfer an zu bauen, gibt es kostenmäßig nur noch einen Weg: ganz oder gar nicht! Dafür müsste aber absehbar sein, dass der Korso am letzten Augustsonntag auch in einer ähnlichen Form wie traditionell rollen könnte. Ein gebauter Korso, auch in Teilen, der anschließend nicht rollen könnte, wäre für den Verein ein finanzieller Genickbruch.

„Da fragt sich sicher der eine oder andere, wie wir überhaupt im zweiten Pandemiejahr an so etwas wie einen normalen Blumenkorso glauben können. Die Antwort ist ganz einfach: weil wir es satzungsgemäß müssen. Und aus dem gleichen Grund können wir auch nicht einfach aus eigenem Antrieb sagen, der Korso fällt aus“, erklärt Geppert die komplizierte Situation.

Nun könnte man annehmen, ohne Korso und Markt habe der Verein ja auch keine Ausgaben. Das ist aber leider nicht der Fall. Ein nicht unerheblicher Betrag im fünfstelligen Bereich ist im vergangenen Jahr trotzdem angefallen. „Allerdings fallen wir durch das Förderungsraster von Bund und Land“, erklärt Geppert. Als so genannter „gewinnorientierter Verein“ greift im Fall des BMV kein Förder- oder Rettungsschirm, weshalb sich der Vorstand im vergangenen Jahr gezwungen sah, sich einer bundesweiten Entschädigungsklage anzuschließen. „Falls diese jemals Erfolg haben sollte, hätten wir aber alle Ansprüche verwirkt, wenn wir ohne behördliche Anordnung absagen würden. Nur gibt es jetzt, wo wir entscheiden müssten, noch keine Auflagen mit Gültigkeit bis in den August. Da beißt sich die Katze in den Schwanz“, fasst Geppert die Misere zusammen.

Eilige behördliche Entscheidung eingefordert!

Deswegen hat sich der Vorstand jetzt dazu entschlossen, die Durchführung der Großveranstaltung Blumenkorso in einer Eilentscheidung zu beantragen und damit Rückendeckung der politisch Handelnden in der Landesregierung bzw. der behördlich zuständigen Kreisverwaltung einzufordern. „Wir sind verhalten optimistisch, dass das bis Ende April erfolgt, sonst bleibt dem Vorstand keine Zeit mehr zum Handeln. Allerdings sind ähnliche Anfragen aus dem Frühsommer 2020 an das Land leider bis heute nicht beantwortet“, so Geppert.

Für den Korso bedeutet dies: eigentlich kann sich niemand aus dem Veranstalterteam vorstellen, dass er 2021 in bekannter Weise rollt – um aber finanziellen Schaden für den Verein abzuwenden sind die Ehrenamtler auf die Entscheidung der Verwaltungs- und Politikprofis angewiesen.

Entscheidung für den Markt erst im Sommer treffen

Für den Bartholomäusmarkt sieht die Situation etwas anders aus – da drängt die Zeit nicht ganz so sehr. „Ich könnte mir einen ,kleinen Bartholomäusmarkt‘ unter ähnlichen Auflagen, wie sie im vergangenen Jahr für temporäre Freizeitparks galten, rund um die katholische Kirche vorstellen“, so Marktmeister Willi Willig. Das würde unter Umständen eine Limitierung der zugangsberechtigten Personen, eine Umzäunung, die Kontaktdatenerfassung, eine Schnelltestung, ein ausführliches Hygieneschutzkonzept und eingeschränkten Alkoholausschank umfassen. „Wenn wir die Ärmel hochkrempeln, kriegen wir das notfalls auch noch innerhalb von vier Wochen hin“, zeigt sich Willig optimistisch. Erfahrung dazu konnte der Bad Emser Marktmeister im vergangenen Jahr mit mehreren temporären Freizeitpark-Projekten sammeln, unter anderem mit dem sechswöchigen Schängelland in Koblenz. „Die Projekte standen unter strengem Blick der Behörden, die Hygieneschutzkonzepte haben sich bewährt und sind für Bad Ems adaptierbar“, erläutert Willig und fügt hinzu: „Und das Wichtigste: unsere Schausteller stünden definitiv bereit – auch um nur einen Hauch unserer Heimatfest-Tradition zu erhalten.“

Wir hoffen Sie und euch alle bei Bartholomäusmarkt und Blumenkorso bald wieder in Bad Ems begrüßen zu können! Termin für 2021 wäre:

Bartholomäusmarkt: 27. bis 30. August  / Blumenkorso: 29. August ab 14 Uhr

Sicherheitshalber hier aber schon mal der Termin für 2022 zum Vormerken:

Bartholomäusmarkt:  26. bis 29. August/ Blumenkorso: 28. August ab 14 Uhr

Bleiben Sie gesund! – Ihr Vorstand des Bartholomäusmarktvereins Bad Ems e.V.